Bricolage
Das Wort »Bricolage« kommt aus dem Französischen und kann mit »Basteln« übersetzt werden. Gemeint ist das erkennbar manuelle Zusammenfügen von Materialien oder Gegenständen.
Der Begriff »Bricolage« wurde das erste Mal 1962 vom französischen Ethnologen Claude Lévi-Strauss in seinem Traktat »Das Wilde Denken« definiert. Es geht um die Unterscheidung zwischen dem Ingenieur, der für die Problemlösung oft speziell hergestellte Materialien und Werkzeuge benutzt, und dem Bricoleur, der vorhandene Ressourcen nutzt.
Aus gefundenen oder zufällig vorhandenen Dingen entsteht etwas Neues. Dieses Neue muss einen fest definierten Zweck erfüllen: Es muss ein Problem lösen. Die Probleme müssen nicht rein materieller Art sein, sondern können auch sozialpolitischer, künstlerischer oder generell theoretischer Natur sein. Hier wird der Zweck der Bastelei also grundlegender und tiefgreifender.
Objekt oder Assemblage sind rein plastische Kunstarbeiten – während eine Bricolage einem ganz konkreten Zweck dient. Ästhetische Ansprüche oder kunsttheoretische Ansätze spielen vordergründig keine Rolle.
Eine Bricolage herzustellen, erfordert Kreativität und ein umfangreiches Wissen über Materialien und Gegenstände, aber auch über die Eigenschaften von Denkweisen und Handlungsmustern von Individuen und sozialen Systemen.